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Paul Heyse

Paul Johann Ludwig von Heyse ( *15. März 1830 in Berlin; 2. April 1914 in München) war ein deutscher Schriftsteller.

Seine nach eigenem Modell geschriebenen Novellen machten ihn bekannt. 1910 wurde er als erster deutscher Schriftsteller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Heyses Kindheit

Am 15. März 1830 wurde Heyse in Berlin geboren. Er war der Sohn des Philologieprofessors Karl Heyse und dessen Frau Julie. Schon in seinem Elternhaus traf sich die kultivierte Gesellschaft, um sich über Musik und Kunst zu unterhalten. Auch durch die guten Kontakte seiner Mutter Julie zu den größten jüdischen Salons in Berlin fand sich Paul von Heyse schon sehr früh im literarischen Milieu wieder.

Während seiner Zeit am Gymnasium versuchte sich Heyse bereits in der literarischen Kunst und schon bald wurde der 15 Jahre ältere Emanuel Geibel auf ihn aufmerksam. Er förderte Heyse und aus dem Zusammentreffen der beiden Literaten entstanden eine lebenslange Freundschaft und einige gemeinsame Arbeiten.

Das Studium

Nach seinem Schulabschluss begann Paul von Heyse 1847 mit dem Studium der klassischen Philologie in Berlin. Dort kam er in Kontakt mit Burckhardt, Menzel, Theodor Fontane und Theodor Storm und schloss sich ihrem Dichterkreis Tunnel über der Spree an. Nach zwei Jahren Studium in Berlin wechselte er zum Studium der Kunstgeschichte und Romanistik nach Bonn. An der Berliner Universität promovierte er 1852 mit einer Arbeit über den Refrain in der Poesie der Troubadours. Ausgerüstet mit einem Stipendium des preußischen Kulturministeriums nahm Heyse 1852-1853 an einer Studienreise durch Italien teil. Diese Reise wirkte sich besonders inspirierend auf seine literarischen Arbeiten aus.

Karriere in München

1854 vermittelte ihn sein alter Freund Geibel an den bayerischen König Maximilian II. Kurz darauf erhielt Heyse eine Einladung vom Königshaus und siedelte als freier Schriftsteller nach München über. In München fand er schnell in die Dichter- und Gelehrtenkreise und konnte sich in den folgenden Jahren als Hofpoet profilieren. Mit der Unterstützung des Königs baute er mit Geibel eine Dichterschule in München auf, in der die perfekte Beherrschung der Formen der poetisch-realistischen Lyrik gelehrt wurde. Es wurde darauf geachtet, dass sich der Literat immer am Publikumsgeschmack orientierte und somit wurde weniger Wert auf die künstlerische Entwicklung der Schüler gelegt als auf die Entstehung von formal perfekten Gedichten. Heyse und Geibel waren der Meinung, dass man sich auf das Bestehende verlassen sollte und dass es gut sei, wenn alles so bleibe wie es ist.

Bereits in seinem ersten Jahr in München gründete Heyse mit Geibel die Dichtervereinigung Krokodil um den literarischen Austausch anzukurbeln. Gleichzeitig begann er mit dem Schreiben seiner bekannten Novellen. Die erste seiner über 150 Erzählungen L`Arrabiata veröffentlichte Heyse 1855. Obwohl sich die Bindung zum Königshaus nach dem Tod Maximilians II. löste und Heyse sich Geibels politischen Überzeugungen anschloss, war eine Veränderung in seinem künstlerischen Leben nicht abzusehen, denn 1871 wurde er in den Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft aufgenommen und erhielt 1884 den Schillerpreis.

Wegen des immer größer werdenden Einflusses der Kirche, trat Heyse 1887 aus dem Maximiliansorden aus. Zudem legte er 1891 sein Amt als Jurymitglied des Schillerpreises nieder, da Kaiser Wilhelm II. die Preisverleihung an Ludwig Fulda verboten hatte. 1910 erhielt Heyse als erster deutscher Schriftsteller für sein dichterisches Werk den Nobelpreis für Literatur (der erste Deutsche überhaupt, der einen Literaturnobelpreis gewann, war der Historiker Theodor Mommsen 1902). Im selben Jahr wurde er Ehrenbürger der Stadt München. Am 2. April 1914 starb Paul Johann Ludwig von Heyse in München.

Die Falkentheorie

Paul von Heyse entwickelte eine Novellentheorie, um der Formauflösung entgegenzuwirken. Sie ging als Falkentheorie in die Literaturgeschichte ein, da Heyse sie am Beispiel jener Boccaccio-Novelle erläuterte, in der ein verliebter, aber verarmter Jüngling seiner Angebeteten seinen einzigen Besitz, einen Falken, als Essen serviert. Diese Besonderheit müsse in jeder Novelle zu finden sein, meint Heyse. In vielen seiner Novellen verwirklichte er die Falkentheorie.

Seine Werke u.a.:
  • L'Arrabiata
  • Das Mädchen von Treppi
  • Kinder der Welt
  • Colberg
  • Italienisches Liederbuch
  • Gegen den Strom
  • Moralische Novellen
  • Hadrian

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